Libyen: Gaddafi-Anhänger nach Anschlägen festgenommen
Nach den tödlichen Bombenanschlägen in der libyschen Hauptstadt Tripolis haben die Behörden zahlreiche Festnahmen bekanntgegeben. Ein Vertreter des Obersten Sicherheitskomitees sprach gestern von 32 Anhängern des im vergangenen Jahr gestürzten und getöteten Machthabers Muammar al-Gaddafi. Diese seien Teil eines organisierten Netzwerks.
Für Verbindungen zwischen der Gruppe und den Anschlägen gebe es Beweise, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor waren bei der Explosion von drei Autobomben in der Nähe von Regierungsgebäuden zwei Menschen getötet worden.
Machtvakuum nach Gaddafi-Sturz
In Libyen kommt es auch nach der ersten freien Wahl seit mehr als vierzig Jahren immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Erst kürzlich hatte das Internationale Rote Kreuz seine Arbeit in Teilen des Landes eingestellt, nachdem eine Einrichtung der Hilfsorganisation mit Granaten und Raketen angegriffen worden war. Der Sturz Gaddafis hat ein Machtvakuum hinterlassen, das lokale Milizen und andere bewaffnete Gruppen ausnutzen.
Publiziert am 20.08.2012