Apple- und Samsung-Chef ein letztes Mal am Verhandlungstisch

Könnte es im Patentstreit von Apple und Samsung doch noch eine friedliche Lösung geben? Die Chefs von Apple und Samsung erörtern in letzter Minute, ob sie ihren erbittert geführten Patentstreit beilegen können.

Kurz vor den Schlussplädoyers im Patentprozess in Kalifornien wollten Apple-Lenker Tim Cook und sein südkoreanischer Kollege Kwon Oh Hyun nochmal am Telefon miteinander sprechen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Außergerichtliche Gespräche bisher gescheitert

In dem gerade laufenden Patentprozess in San Jose hatte Richterin Lucy Koh die Unternehmen mehrmals zu einem neuen Verhandlungsversuch aufgerufen. Cook und der damalige Samsung-Chef Gee Sung Choi hatten bereits im Mai auf Aufforderung des Gerichts ergebnislos versucht, den Konflikt in zweitägigen Verhandlungen zu lösen.

Jetzt, nach dem mehrwöchigen Prozess, ist die Lage jedoch anders. In den USA sah es nicht danach aus, als wäre es einer der Parteien gelungen, die Geschworenen mit ihren Argumenten eindeutig auf ihre Seite zu ziehen. Zugleich verbrauchte Samsung schneller sein Zeitlimit von 25 Stunden, so dass Apple zum Schluss die Zeugen fast ohne Unterbrechungen durch die Gegenseite befragen konnte.

Richterin verliert langsam die Geduld

Richterin Koh verlor zuletzt zunehmend ihre Geduld mit der Prozessführung beider Seiten. Einen Apple-Anwalt fragte sie, ob er die Droge Crack geraucht habe, weil er kurz vor Schluss noch eine lange Zeugenliste vorlegte. In einem anderen Moment ließ sie die Bemerkung fallen, sie glaube nichts mehr, was ein Anwalt in ihrem Gerichtssaal sage.

Apple wirft Samsung vor, Design und Software von iPhone und iPad kopiert zu haben, und verlangt über 2,5 Milliarden Dollar Schadenersatz. Der südkoreanische Konzern bezichtigt den Rivalen im Gegenzug, unerlaubt technische Patente zu nutzen. Der Streit läuft in mehreren Ländern.

Publiziert am 20.08.2012