Ban Ki Moon will mit Führungsspitze des Iran sprechen
Angesichts der wachsenden Spannung zwischen Israel und dem Iran will UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon mit der Führungsspitze in Teheran reden.
Sein Sprecher Martin Nesirky kündigte heute in New York an, dass Ban ein Treffen der Blockfreien Staaten im Iran nutzen wolle, um sich mit dem religiösen Führer Ajatollah Ali Chamenei und Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu treffen. Israel und die USA hatten Ban zuvor aufgefordert, seine Reisepläne nach Teheran zu überdenken.
Alle strittigen Themen auf Agenda
Der UNO-Chef werde alle Themen ansprechen, die der internationalen Gemeinschaft unter den Nägeln brennen, sagte Nesirky, darunter Teherans Drohungen gegen Israel, die Sorge um das Nuklearprogramm der Iraner, Terrorismus und die Menschenrechte. Auch die Krise in Syrien, einem Verbündeten des Iran, will Ban seinem Sprecher zufolge vorbringen. Das Treffen der Blockfreien Staaten ist von 26. bis 31. September anberaumt.
USA: Ban muss Klartext reden
Die USA forderten Ban auf, bei seinem Besuch in Teheran mit der iranischen Führung Klartext zu reden. „Er hat eine Gelegenheit, den iranischen Führern direkt zu sagen, was die Sorgen der internationalen Gemeinschaft sind“, sagte die Sprecherin im Außenministerium, Victoria Nuland, in Washington. „Er muss diese Gelegenheit wahrnehmen“, fügte sie hinzu.
Allerdings machte Nuland erneut klar, dass die USA Teheran für den falschen Ort für ein Blockfreien-Treffen halten. Der Iran werde versuchen, den Gipfel zu „manipulieren“ und von seinen eigenen Versäumnissen abzulenken, sagte Nuland mit Blick auf das iranische Atomprogramm.
Zuvor hatten die USA und Israel Ban aufgefordert, nicht in den Iran zu reisen. Nuland hatte von einem „unangemessenen Ort für dieses Treffen“ gesprochen.
Israelischer Generalstabschef droht dem Iran
Der israelische Generalstabschef Benny Ganz drohte dem Iran unterdessen indirekt. Wer meine, Israel „ausmerzen“ zu können, werde die „Wucht der israelischen Militärmacht“ zu spüren bekommen, so Ganz gestern.
Die Drohungen, denen sich Israel und seine Bevölkerung gegenübersähen, seien das „Ergebnis einer falschen Einschätzung unserer Stärke und unserer Fähigkeiten“. Entlang der Grenzen Israels stehe eine Armee, die „in ihren Reihen die besten Soldaten und Kommandanten der Welt“ habe.
Ganz äußerte das während einer Zeremonie zum Gedenken an getötete Soldaten der Elitebrigade Golani. In den vergangenen Tagen hatte sich in Israel die Diskussion über einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen verschärft. Der Iran bestreitet, am Bau einer Atombombe zu arbeiten, und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie.
Publiziert am 22.08.2012