Fed dürfte Wirtschaft „ziemlich bald“ Geldspritze geben

Die US-Notenbank Federal Reserve wird der lahmen US-Wirtschaft voraussichtlich schon „ziemlich bald“ mit einer weiteren Geldspritze auf die Sprünge helfen. Wie aus dem gestern veröffentlichten Protokoll der vergangenen Sitzung des für die Geldpolitik verantwortlichen Ausschusses hervorging, halten die meisten Notenbanker einen solchen Schritt für nötig, falls sich die Wirtschaftslage nicht abrupt verbessert.

Gefahr durch europäische Schuldenkrise

Die Währungspolitiker sprachen von einer ganzen Reihe von Gefahren, der die ohnehin lahme Wirtschaft ausgesetzt ist - etwa die europäische Schuldenkrise. Viele Ausschussmitglieder plädieren deshalb dafür, den Finanzmärkten die Fortsetzung der Nullzinspolitik über den bisher genannten Zeitpunkt Ende 2014 hinaus zuzusagen.

„Viele Mitglieder waren der Ansicht, dass eine zusätzliche monetäre Lockerung wahrscheinlich ziemlich bald angebracht sein wird, falls nicht neue Informationen auf eine substanzielle und nachhaltige Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung hinweisen“, heißt es in dem Protokoll von der Sitzung vom 31. Juli bis zum 1. August.

Neue Runde von Anleihekäufen rückt näher

Volkswirte fühlten sich durch das Protokoll in ihrer Ansicht bestärkt, dass die Fed schon bald ein neues Programm zum Kauf von Anleihen startet und so weitere Milliarden in den Wirtschaftskreislauf pumpen wird. „Ein solches Programm könnte unmittelbar bevorstehen“, sagte etwa Joe Manimbo von Western Union Business Solutions.

Mehrere Experten zeigten sich jedoch etwas verunsichert, weil seit der Fed-Sitzung eine Reihe unerwartet guter Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Die Ökonomen waren jedoch mehrheitlich der Ansicht, dass die Daten die Notenbank nicht von einer weiteren Lockerung der Geldpolitik abhalten werden. Dieser Ansicht waren offenbar auch die Finanzmärkte: Die US-Börsen grenzten ihre Verluste in Folge der Protokollveröffentlichung etwas ein.

Entscheidung über Leitzins im September

Der Offenmarktausschuss der Fed entscheidet das nächste Mal Mitte September über den Leitzins für die USA. Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte kürzlich erklärt, er halte den ultraniedrigen Leitzins in den USA von 0 bis 0,25 Prozent bis auf weiteres für unabdingbar.

Publiziert am 22.08.2012