EZB überlegt angeblich neue Variante für Anleihekäufe
Für die Ausgestaltung der Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) wird nach Informationen der deutschen „Welt“ (Donnerstag-Ausgabe) innerhalb der Notenbank eine neue Variante diskutiert.
Die EZB könnte festlegen, welche Zinsen oder welchen Risikoaufschlag sie für die Anleihen eines Krisenlandes maximal akzeptieren würde - ohne dieses Ziel jedoch öffentlich bekanntzugeben.
Etliche Notenbanker zögen dieses Vorgehen einer zuletzt diskutierten offiziellen Obergrenze vor, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mehrere mit den Diskussionen vertraute Personen. Der EZB-Rat will in seiner Sitzung am 6. September darüber entscheiden, wie die in Aussicht gestellten Interventionen bei spanischen und italienischen Staatsanleihen aussehen könnten.
Dieser Tage haben die Fachleute der EZB die Meinungen aller Notenbanken in der Euro-Zone eingeholt, in Kürze werden sie ihre Empfehlungen vorlegen. Eine Entscheidung gebe es noch nicht, auch keine Beschlussvorlage des Direktoriums, betonen alle Beteiligten. Es zeichne sich aber bereits ab, dass die Idee einer offiziellen Obergrenze für Anleihezinsen, die zuletzt von vielen Experten diskutiert wurde, innerhalb des EZB-Rats eher wenig Rückhalt habe.
Publiziert am 23.08.2012