Historiker: Honecker erwog deutsch-deutsche Föderation
Der frühere DDR-Machthaber Erich Honecker hat nach neuen Forschungen noch kurz vor dem Zusammenbruch der SED-Herrschaft über eine deutsch-deutsche Föderation nachgedacht. Diese hätte dann vom Saarländer Honecker in Ostdeutschland und vom Saarländer Oskar Lafontaine im Westen geführt werden sollen, sagte der Historiker Martin Sabrow laut der Onlineausgabe der „Zeit“.
Manche Indizien deuteten darauf hin, dass Honecker einem sentimentalen Saarpatriotismus nachhing, sagte der Leiter des Potsdamer Zentrums für Zeithistorische Forschung. Honecker, der morgen 100 Jahre alt geworden wäre, stammt wie Lafontaine aus dem Saarland.
Honecker starb 1994 mit 81 Jahren im Exil in Santiago de Chile. Zuvor war in Berlin ein Prozess gegen den schwer krebskranken Ex-Spitzenfunktionär wegen der Schüsse auf DDR-Flüchtlinge eingestellt worden.
Publiziert am 23.08.2012