Merkel lobt Italiens Reformanstrengungen in Euro-Krise
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der italienischen Regierung im Kampf gegen die Schuldenkrise den Rücken gestärkt. Die Konsolidierungs- und Reformagenda des Landes sei „beeindruckend“, sagte Merkel gestern nach einem Gespräch mit Italiens Regierungschef Mario Monti in Berlin. Dieser hatte zuvor in einem Interview erneut ausgeschlossen, internationale Hilfsgelder für sein Land beantragen zu müssen.
Merkel sagte nach ihrem Treffen mit Monti, sie sei persönlich davon überzeugt, dass der von Italien eingeschlagene Weg richtig sei und die Reformanstrengungen „Früchte tragen werden“. Monti bekräftigte, den Reformkurs beizubehalten. „Man darf natürlich nicht aufhören, wenn man Ergebnisse am Horizont sieht“, sagte er und hob die Erfolge seines Landes im Kampf gegen die Euro-Krise hervor. Die Märkte seien dabei, diese Leistungen anzuerkennen.
Monti warnt Deutschland vor „Eigentor“
Der italienischen Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ sagte Monti, Italien sei nicht in der Notlage, ein Rettungspaket beantragen zu müssen. „Ich will ganz sicher nicht, dass Italien nach den Anstrengungen und erreichten Ergebnissen sich irgendeiner aufdringlichen Bevormundung unterwerfen muss“, sagte er weiter.
Zugleich warnte er Deutschland vor einem „Eigentor“, sollte die Europäische Zentralbank (EZB) daran gehindert werden, Staatsanleihen von Krisenländern aufzukaufen. Die große Spanne zwischen den Zinsen für italienische und spanische Staatsanleihen auf der einen Seite und für deutsche Anleihen auf der anderen Seite könnte möglicherweise zu einer steigenden Inflation in Deutschland führen, sagte er.
Frankreich sichert Deutschland enge Kooperation zu
Frankreich sicherte unterdessen Deutschland eine enge Zusammenarbeit bei den Bemühungen um eine stärkere politische Integration in Europa zur Lösung der Schuldenkrise zu. Die Regierung in Paris sei entschlossen, das Thema voranzutreiben, sagte Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault vor Wirtschaftsführern in der französischen Hauptstadt.
Publiziert am 29.08.2012