Wahlen in Angola: Regierungspartei vor klarem Sieg
Bei den Wahlen in Angola stehen der amtierende Präsident Jose Eduardo dos Santos und seine Partei MPLA vor einem klaren Sieg. Die Regierungspartei konnte laut Hochrechnungen fast 75 Prozent der Stimmen für sich gewinnen, wie eine Sprecherin der Wahlkommission gestern in der Hauptstadt Luanda nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen bekanntgab. Die frühere Rebellengruppierung UNITA landete den Teilergebnissen zufolge abgeschlagen mit knapp 18 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz.
Stärkste Partei stellt Präsidenten
Im Ölstaat Angola waren am Freitag knapp neun Millionen Menschen dazu aufgerufen, ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten zu wählen. Nach einer Verfassungsänderung im Jahr 2010 wird nun automatisch der Vorsitzende der Partei mit den meisten Stimmen Staats- und Regierungschef in einer Person, während der Listenzweite Vizepräsident wird. Die Ämter werden für fünf Jahre vergeben. Neun Parteien stellten sich zur Wahl.
Dos Santos seit 33 Jahren an der Macht
Bereits im Vorfeld galt es als sicher, dass Amtsinhaber Dos Santos mit überwältigender Mehrheit den Sieg davontragen wird. Der 70-Jährige ist seit 33 Jahren an der Macht in dem südwestafrikanischen Land, das jahrzehntelang von einem blutigen Bürgerkrieg zerrüttet war. Es ist erst die dritte Abstimmung seit der Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Portugal im Jahr 1975.
Bevölkerung hat nichts vom Wirtschaftsboom
Bei der vorangegangenen Abstimmung im Jahr 2008 hatte die Partei des Präsidenten - die ehemalige Befreiungsbewegung MPLA - rund 81 Prozent der Stimmen erhalten. Die stärkste Oppositionspartei UNITA kam damals gerade einmal auf zehn Prozent.
Trotz des großen Reichtums an Öl und Diamanten und eines damit verbundenen Wirtschaftsbooms leben die meisten der 18 Millionen Angolaner in großer Armut. Korruption der Regierungselite und Repression sind im Land weit verbreitet. Gleichzeitig ist das Land der größte Waffenimporteur des Kontinents. Die Hauptstadt Luanda gilt als eine der teuersten Städte der Welt.
Publiziert am 01.09.2012