Spanien: Medizinische Behandlung „Illegaler“ gefordert
Hunderte Menschen haben gestern in Madrid für den uneingeschränkten und kostenlosen Zugang von illegalen Einwanderern zum Gesundheitssystem demonstriert. „Kein Mensch ist illegal“, riefen die Demonstranten bei ihrem Protest vor einem Krankenhaus in der spanischen Hauptstadt. Die Teilnehmer machten ihrem Ärger lautstark mit Hupen und Trillerpfeifen Luft.
Drastische Kürzungen im Gesundheitswesen
Bis gestern konnten Einwanderer ohne Papiere in Spanien innerhalb des gesetzlichen Gesundheitssystems medizinisch behandelt werden. Im Zuge der schweren Wirtschaftskrise in Spanien beschloss die konservative Regierung in Madrid jedoch unter anderem Kürzungen im Gesundheitswesen. Dazu zählt auch, dass sich die medizinische Behandlung von illegalen Einwanderern künftig nur noch auf Kinder, Schwangere und Notfälle beschränken soll.
Breiter Protest gegen neues Gesetz
Knapp 2.000 spanische Mediziner lehnen die Vorgaben jedoch ab und kündigten an, illegale Einwanderer auch in Zukunft zu behandeln. Krankenschwestern und weiteres medizinisches Personal schlossen sich der Bewegung an. Auch sieben der 17 autonomen spanischen Regionen kündigten an, das neue Gesetz nicht anzuwenden. Angesichts des Widerstands erklärte die Regierung, illegale Einwanderer könnten auch weiterhin behandelt werden, müssten aber dafür bezahlen. Die Herkunftsländer könnten dann möglicherweise über ein bilaterales Abkommen die Kosten erstatten.
Publiziert am 01.09.2012