Offenbar 48 Tote durch Taifun in Nordkorea

Durch den Taifun „Bolaven“ sind in Nordkorea nach Behördenangaben 48 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 50 seien verletzt worden oder würden vermisst, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute. „Bolaven“ war bereits am Dienstag vergangener Woche mit voller Wucht auf die koreanische Halbinsel getroffen und hatte eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Mehr als 21.000 Menschen wurden den Angaben zufolge obdachlos, nachdem der Taifun knapp 7.000 Häuser zerstört oder überflutet habe. Knapp 17.000 Bäume seien entwurzelt worden, in knapp 900 öffentlichen Gebäuden und Fabriken habe der Sturm den Betrieb lahmgelegt. „Bolaven“ habe zudem mindestens 50.000 Hektar Ackerfläche beschädigt, wodurch die Ernte auf rund 45.000 Hektar Land zerstört worden sei.

Keine bestätigten Angaben über Opfer und Schäden

Die Angaben zu Todesopfern und Schäden konnten zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Das verarmte Nordkorea kämpft derzeit noch mit den Folgen einer Überschwemmungskatastrophe vom Juni und Juli. Dabei waren nach offiziellen Angaben 169 Menschen ums Leben gekommen, 400 gelten demnach als vermisst.

Das abgeschottete Land hat mit chronischer Lebensmittelknappheit zu kämpfen, die durch Überschwemmungen, Dürren und Misswirtschaft noch verschlimmert wird. Bei einer Hungersnot in den 90er Jahren starben Hunderttausende Menschen. Die Praktiken in der Landwirtschaft Nordkoreas gelten als veraltet und ineffizient. Auch ein Mangel an Dünger sowie Verteilung von Lebensmitteln an die riesige Armee des Landes tragen zu der Nahrungsmittelkrise bei.