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Mursi will Iran einbinden

Ägypten will den Iran in eine Lösung des Syrien-Konflikts einbinden und drängt seine arabischen Nachbarn zum Handeln. Präsident Mohammed Mursi kündigte vergangene Woche die Bildung eines Quartetts aus Saudi-Arabien, der Türkei, Ägypten und Iran an, um über die Krise in Syrien zu beraten.

Ob sich die Gruppe auf eine einheitliche Haltung verständigt, gilt aber als ungewiss: Im scharfen Gegensatz zu den unterstützenden Tönen für Syrien aus Teheran verurteilte die Türkei ihr Nachbarland als „Terroristenstaat“. Den Gegnern von Präsident Baschar al-Assad gelang nach eigenen Angaben mit dem Abschuss eines Kampfflugzeugs ein wichtiger militärischer Erfolg.

„Jetzt muss Wandel erfolgen“

In seiner ersten Ansprache vor der Arabischen Liga als Präsident rief der Islamist Mursi die Länder der Region auf, auf ein Ende des Blutvergießens in Syrien hinzuarbeiten. Die Zeit für Reformankündigungen sei vorbei. „Jetzt muss ein Wandel erfolgen“, sagte Mursi und mahnte die Regierung in Damaskus, Lehren aus dem „arabischen Frühling“ zu ziehen.

Wie und wo das Quartett zusammenkommen soll, blieb aber offen. Ein Regierungsvertreter sagte, die Länder würden über ihr weiteres Vorgehen beraten, die formelle Bildung des Quartetts werde aber noch diskutiert. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters hatte Mursi kürzlich eine „ausgewogene Außenpolitik“ angekündigt und sich für eine Absetzung Assads ausgesprochen. Der Iran wäre in dem Quartett das einzige Land, das Assad trotz dessen harten Vorgehens gegen seine Gegner die Treue hält.

Kanada bricht Verbindung zu Iran ab

Während Ägypten den Brückenschlag zum Iran wagt, hat Kanada alle diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen und das Land auf die Liste der Staaten gesetzt, die „den Terrorismus unterstützen“. Wie der kanadische Außenminister, John Baird, und der Minister für öffentliche Sicherheit, Vic Toews, am Freitag mitteilten, wurden diese Maßnahmen zudem für Syrien beschlossen. Teheran warf der Regierung in Ottawa vor, sie sei „extremistisch“ und von Israel gesteuert.

Baird gab zunächst die Schließung der kanadischen Botschaft im Iran und die Ausweisung aller noch in Kanada akkreditierten iranischen Diplomaten bekannt. Er begründete die Maßnahmen mit einer „steigenden Militärhilfe“ Teherans für die Regierung Assads. Einige Stunden später präzisierte er in einer gemeinsamen Erklärung mit Toews, dass auch Syrien auf die Liste der „Terrorunterstützer“ gesetzt worden sei.

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