S&P: Fremdwährungskredite Gefahr für Österreichs Banken

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) sieht in der hohen Zahl der Fremdwährungskredite eine Gefahr für österreichische Banken. Zum Ende des ersten Quartals seien 28 Prozent der Kredite an Privathaushalte in ausländischen Währungen vergeben worden - ein großer Teil davon in Schweizer Franken, sagte S&P-Analystin Anna Lozmann gestern in Wien.

„In unseren Augen kann das zu erhöhten Risiken führen“, so Lozmann. Kurzfristig drohe hier zwar keine Gefahr, weil der Wechselkurs des Franken zum Euro fixiert ist. Mittel- bis langfristig sei das mit dem Fälligwerden der Darlehen jedoch ein Risiko, weil die Schuldner ihre Kredite bei einem höheren Franken-Kurs dann möglicherweise nicht mehr zurückzahlen können.

Um des Problems Herr zu werden, hatten die Finanzaufseher die Vergabe von Franken-Krediten 2008 gestoppt. Seither arbeiten die Banken daran, die Kredite in Euro-Darlehen zu wandeln. Im vergangenen Jahr war der Franken, der für Anleger als sicherer Hafen gilt, innerhalb weniger Monate stark gestiegen. Die Schweizer Notenbank hatte daraufhin einen Mindestwechselkurs von 1,20 Euro festgesetzt.