ÖBB: Spindelegger will Stronach beim Wort nehmen
Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) will Unternehmer und Parteigründer Frank Stronach beim Wort nehmen und mit dem früheren Magna-Chef über einen Verkauf der ÖBB sprechen. Stronach hatte am Mittwoch über eine Sprecherin erklären lassen, er nehme die beim ORF-„Sommergespräch“ ausgesprochene Aufforderung Spindeleggers, die ÖBB zu kaufen und zu sanieren, gerne an.
Spindelegger will nun mit Stronach darüber verhandeln: „Das ist das, was ich erreichen wollte. Wir reden darüber, wie wir einem großen Unternehmen, das große Bedeutung für das Land hat, aber sehr viele Mittel des Bundes verschlingt, wie wir dort eine Änderung herbeiführen können“, sagte Spindelegger heute im Ö1-Morgenjournal.
Die für die ÖBB zuständige Dienstleistungsgewerkschaft vida hatte die Debatte gestern als „schlechten Scherz“ bezeichnet. Privatisierungen der Eisenbahn in anderen Ländern hätten zur Genüge belegt, dass das zu großen Verschlechterungen für die Passagiere und bei der Sicherheit im Bahnverkehr führe, sagte vida-Chef Rudolf Kaske (SPÖ). Spindeleggers Aussage sei „verantwortungslos“, da er die ÖBB „für vorgezogenes Wahlkampfgeplänkel missbraucht“.
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Publiziert am 07.09.2012