Syrien-Gesandter Brahimi warnt vor zu hohen Erwartungen

Der neue Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi hat seine schwierige Mission heute in Kairo begonnen. Er sprach zunächst mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi. Brahimi warnte vor überzogenen Erwartungen und sagte: „Ich stehe im Dienst des syrischen Volkes.“ Auf die Frage, wann er nach Damaskus reisen werde, antwortete er: „In einigen Tagen.“

Beratungen mit Mursi

Brahimi will sich in Kairo auch mit dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi beraten. Der algerische Diplomat hatte sich bereiterklärt, die Aufgabe als Vermittler der Arabischen Liga und der Vereinten Nationen zu übernehmen, nachdem Kofi Annan im August wegen Erfolglosigkeit das Handtuch geworfen hatte.

Aus dem Amt von Mursi hieß es, für die kommenden Woche sei ein erstes Treffen der von ihm angeregten neuen Syrien-Kontaktgruppe geplant, wahrscheinlich auf Außenministerebene. Dieser Gruppe gehören Ägypten, der Iran, die Türkei und Saudi-Arabien an. Möglicherweise werde auch ein Vertreter Frankreichs zugegen sein.

Verschwörung gegen Damaskus?

Die amtliche syrische Tageszeitung „Al-Thawra“ entwarf heute das Bild einer Verschwörung Saudi-Arabiens, Katars, der US-Regierung und des Terrornetzes Al-Kaida gegen Damaskus. Ziel sei es, Al-Kaida-Terroristen aus dem Jemen, Pakistan und Afghanistan nach Syrien zu bringen.

Die Gegner von Präsident Baschar al-Assad berichteten von Kämpfen in Damaskus, Daraa und Homs. Landesweit zählten die Aktivisten 18 Tote. Gestern sollen laut Informationen von Aktivisten 180 Menschen getötet worden sein. Unter den Toten sind demnach auch 27 Opfer einer Explosion in der Stadt Aleppo.

Publiziert am 10.09.2012