Hackvorwürfe gegen untergetauchten Pirate-Bay-Gründer

Pirate-Bay-Mitbegründer Gottfried Svartholm Warg wurde offenbar wegen Computerkriminalität festgenommen. Warg soll laut der schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“ mehrmals in das Computersystem des IT-Dienstleisters Logica eingebrochen sein und Steuerdaten mehrerer Personen abgefragt und kopiert haben.

In Kambodscha untergetaucht

Warg hält sich seit einiger Zeit in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh auf, um einer einjährigen Haftstrafe wegen Urheberrechtsverletzung zu entgehen, zu der er in Schweden verurteilt wurde. Ein Gericht in Schweden sprach Warg, die beiden anderen Gründer von The Pirate Bay - Peter Sunde und Fredrik Neij - und den wichtigsten Geldgeber der Plattform 2009 wegen Urheberrechtsverletzungen schuldig.

3,4 Millionen Euro Schadenersatz

Sie wurden jeweils zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zur Zahlung von umgerechnet 3,4 Millionen Euro Schadenersatz an die Musik-, Film- und Videospieleindustrie verurteilt. Die Haftstrafen der drei Mitangeklagten von Warg wurden im Dezember 2010 in einem Berufungsverfahren reduziert. Wargs Strafe blieb dagegen unverändert, weil er aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Gerichtstermin erschienen war.

„Indirekte“ Auslieferung

Zwischen Schweden und Kambodscha gibt es kein Auslieferungsabkommen. Trotzdem wird diese nun wegen der Datendiebstahlsvorwürfe auf indirektem Weg erfolgen. Wohin Warg gebracht wird, ist nicht bekannt. Der stellvertretende kambodschanische Polizeichef General Sok Phal sagte der Tageszeitung „Phnom Penh Post“, Kambodscha werde im Fall Warg das Einwanderungsgesetz anwenden und den Schweden in absehbarer Zeit des Landes verweisen.

Zuvor war Kambodscha in die Kritik geraten, da es von Schweden für die Abschiebung einen Kredit in Höhe von 57 Millionen Dollar (44,4 Mio. Euro) erhalten hatte.

Publiziert am 10.09.2012