Betrugsaffäre: Villepin verhört
Der konservative französische Ex-Premierminister Dominique de Villepin ist heute mehrere Stunden lang vernommen worden. Wie die französische Tageszeitung „Le Monde“ berichtete, wurde Villepin zu seiner Rolle in der „Relais & Chateaux“-Affäre befragt. Nach sieben Stunden verließ Villepin laut Reuters das Polizeigebäude und beteuerte in einem kurzen Statement seine Unschuld. „Le Monde“ spekulierte zuvor, dass Villepin wegen Betrugsverdachts unter Polizeigewahrsam gestellt worden sei.
Villepin ist laut Medienberichten ein enger Freund von Regis Bulot, dem ehemaligen Präsidenten von „Relais & Chateaux“, einem Zusammenschluss französischer Luxushotels.
Bulot wird vorgeworfen, zwischen 2002 und 2008 rund 1,6 Millionen Euro mittels zu hoher Rechnungen unterschlagen sowie Politikern kostenlose Übernachtungen angeboten zu haben. Die Straßburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen organisierten Betrugs, Geldwäsche und Veruntreuung. Bulot hat zwar zugegeben, zu hohe Summen in Rechnung gestellt zu haben, leugnet jedoch jegliche Korruptionsvorwürfe.
Publiziert am 11.09.2012