Bahrimi: Syrien-Konflikt ist „Bedrohung für die Welt“
Der internationale Vermittler Lakhdar Brahimi sieht in dem Konflikt in Syrien eine „Bedrohung für die Welt“. Die Krise sei gefährlich, „sie verschärft sich und bedroht das syrische Volk, die Region und die Welt“, sagte Brahimi gestern nach einem Treffen mit Präsident Baschar al-Assad in Damaskus.
„Wir werden unser Bestes geben und alles zur Unterstützung des syrischen Volkes unternehmen“, sagte Brahimi. Der Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga verwies in diesem Zusammenhang auf die vom ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ins Spiel gebrachte „Syrien-Kontaktgruppe“ aus Ägypten, dem Iran, Saudi-Arabien und der Türkei.
Die westlichen Staaten mit den USA an der Spitze fordern ebenso wie die Golfstaaten und die Türkei Assads Rücktritt. Die Syrien-Verbündeten Iran, China und Russland treten dagegen für eine politische Übergangsphase ohne vorherigen Abgang des Präsidenten ein.
Assad verspricht Dialog
Assad sprach sich unterdessen nach Angaben des Staatsfernsehens zur Beilegung des Konflikts für politische Gespräche aus. Deren Erfolg hänge davon ab, welcher Druck auf die Unterstützerländer der bewaffneten Rebellen ausgeübt werde, damit sie aufhörten, „Terroristen zu finanzieren und zu trainieren und Waffen nach Syrien einzuschleusen“. Sein Land werde „alle ersthaften Anstrengungen zur Krisenlösung“ unterstützen, solange sie „neutral und unabhängig“ seien, versicherte er den Angaben zufolge.
Den diplomatischen Bemühungen zum Trotz gingen die Kämpfe in Syrien mit unverminderter Gewalt weiter. Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte griffen Armeehubschrauber in der nordsyrischen Großstadt Aleppo von Rebellen gehaltene Stadtteile an.
Im strategisch wichtigen Viertel Midan gewann die Armee nach tagelangen Kämpfen größtenteils die Kontrolle zurück, wie ein AFP-Reporter berichtete. In der von Rebellen gehaltenen Stadt Al-Bab, 35 Kilometer nordöstlich von Aleppo, wurden nach Krankenhausangaben mindestens zwölf Zivilisten bei Luftangriffen getötet. Auch aus Damaskus wurde erneut Todesopfer gemeldet.
Publiziert am 15.09.2012