Russisches A-Bomben-Material offenbar in deutschen Akws

In deutschen Atomkraftwerken wird einem Bericht zufolge seit Jahren Uran aus russischen Atomwaffen abgerüstet, ohne dass die Bevölkerung oder die deutsche Regierung vom Ausmaß dieser brisanten Geschäfte wüssten.

Über ein Jahrzehnt sei das strahlende Material, das zu den Hinterlassenschaften des Kalten Krieges zähle, im großen Stil in mehreren deutschen Reaktoren gelandet, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ gestern. Das Blatt beruft sich auf vertrauliche Unterlagen der Branche.

Russische Armee als wichtigster Stromlieferant

Diesen Unterlagen zufolge habe die Atomindustrie in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland mehr als tausend Brennelemente eingesetzt, die Militäruran enthielten, berichtete die Zeitung. Bei weiteren 500 gelte dies als sehr wahrscheinlich. Damit seien sie zum wichtigen Stromlieferanten in Deutschland geworden. Mit 200 Brennelementen lasse sich ein Akw rund fünf Jahre befeuern. Die Aktion ist dem Bericht zufolge noch nicht zu Ende: Der Einsatz weiterer 180 Elementen sei geplant.

Publiziert am 15.09.2012