Razzien in Tschechien nach Schnapsverbot
Nach dem Tod von mindestens 19 Menschen durch gepanschten Alkohol hat die tschechische Regierung den Verkauf von hochprozentigen Getränken bis auf weiteres verboten und landesweite Razzien angeordnet. Zwischen gestern Abend und heute 06.00 Uhr kontrollierten Polizeibeamten mehr als 19.000 Bars, Restaurants und Geschäfte, wie Polizeichef Tomas Hulan sagte.
Mindestens 19 Tote
An 14 Verkaufsstellen seien größere Mengen verdächtiger Alkohol beschlagnahmt worden, 13 Verdächtige wurden festgenommen. Gestern Abend hatte das tschechische Gesundheitsministerium den Verkauf von mehr als 20-prozentigem Alkohol bis auf weiteres verboten. Zuvor waren landesweit mindestens 19 Menschen an mit giftigem Methanol gepanschtem Schnaps gestorben und mehr als 20 weitere ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Mehrere Opfer erblindeten, andere mussten ins künstliche Koma versetzt werden. Bereits am Mittwoch war der Verkauf von mehr als 30-prozentigem Alkohol untersagt worden. Laden- und Restaurantbesitzern, die gegen das Verkaufsverbot verstoßen, drohen Geldstrafen.
Wodka und einheimischen Rum
Nach Behördenangaben hatten die meisten Opfer der Vergiftungswelle hochprozentigen Alkohol wie Wodka oder einheimischen Rum in Restaurants oder Geschäften gekauft. Die Tschechen trinken weltweit nicht nur das meiste Bier pro Kopf, sie liegen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch insgesamt beim Alkoholkonsum pro Kopf nach Moldawien auf Platz zwei.
Publiziert am 15.09.2012