Zypern hofft auf rasche Finanzhilfe
Das tief in der Schuldenkrise steckende Zypern hofft auf eine Einigung über internationale Finanzhilfen innerhalb eines Monats. In den Verhandlungen über die Ende Juni beantragte Hilfe solle es bis dann „eine erste Einigung“ geben, sagte der zyprische Finanzminister Vassos Shiarly gestern am Rande des EU-Finanzministertreffens in Zyperns Hauptstadt Nikosia.
Die Regierung setzt kommende Woche ihre Verhandlungen mit der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) fort.
15 Milliarden nötig?
Zypern hatte im Juni eine Finanzhilfe von bei EU und IWF beantragt. Ein Auslöser der Probleme ist, dass zyprische Banken große Verluste mit griechischen Staatsanleihen machten. Unklar ist noch, wie viel Geld die Mittelmeerinsel benötigt. Die Ratingagentur Standard & Poor’s geht von 15 Milliarden Euro in den nächsten drei Jahren aus.
Nach Informationen der einheimischen Medien wird die Troika von Zyperns Regierung unter anderem Einschnitte bei Beamtengehältern und sozialen Hilfen, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie die Privatisierung halbstaatlicher Einrichtungen verlangen.
Zypern hatte Anfang Juli die halbjährige EU-Ratspräsidentschaft übernommen und ist damit das erste Land, das die EU-Ministertreffen leitet und gleichzeitig auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds zählt.
Publiziert am 16.09.2012