Metallerlohnrunde startet unter neuen Vorzeichen
Heute läutet die Metallindustrie traditionell die Herbstlohnrunde ein - diesmal allerdings unter neuen Vorzeichen. Die Verhandlungen werden von den sechs Arbeitgeberverbänden jeweils getrennt geführt, nachdem der weitaus größte Verband - der Fachverband Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) - aus den bisher traditionell gemeinsamen Gesprächen ausgeschert ist.
Bei den Gewerkschaftsvertretern sorgte das für helle Empörung - sogar vor einem Ende der Sozialpartnerschaft wurde gewarnt. Da sie aber die Industrievertreter „nicht am Verhandlungstisch festbinden können“, haben sich Metallergewerkschaft Pro-Ge und Angestelltengewerkschaft GPA mit der getrennten Verhandlungsführung abgefunden, sie wollen trotzdem einen einheitlichen Kollektivvertrag für alle Metaller herausschlagen. Die Gespräche sollen zeitgleich laufen.
Im Vorjahr waren vier Verhandlungsrunden notwendig, geeinigt hat man sich dann auf einen durchschnittlichen Lohnzuwachs von 4,2 Prozent. Außerdem wurde die Elternkarenz deutlich ausgebaut. Die Industrie kostete der Abschluss nach Eigenangaben rund 300 Mio. Euro. Von der Einigung waren rund 180.000 Beschäftigte betroffen. Die Maschinen- und Metallwarenindustrie hat rund 120.000 Mitarbeiter.
Abschluss unter 2,8 Prozent unwahrscheinlich
Heuer gehen die Belegschaftsvertreter von einer Inflationsrate von 2,8 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten aus, ein Abschluss darunter gilt als extrem unwahrscheinlich.
Offen ist, ob das Thema Arbeitszeitflexibilisierung von der Industrie eingefordert wird. Sie verspricht sich dadurch bessere Abdeckung von Produktionsspitzen. Die Gewerkschaften lehnen das Thema ab, denn sie fürchten um die Überstundenzuschläge für die Mitarbeiter. Außerdem gebe es ohnehin schon ein sehr flexibles Arbeitszeitmodell das von der Industrie nicht einmal ausgeschöpft werde.
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Publiziert am 18.09.2012