Brasiliens Abgeordnete stimmen Waldgesetz zu
Brasiliens Abgeordnetenhaus hat eine abgeschwächte Vorlage des umstrittenen Waldschutzgesetzes gebilligt und damit den Weg frei gemacht für eine Abstimmung im Senat. Entgegen den Vorgaben von Präsidentin Dilma Rousseff, die den sogenannten Codigo Florestal im Mai teilweise blockiert hatte, wurden Bestimmungen für den Schutz von Flächen entlang von Flüssen aufgeweicht. Demnach soll der unter Schutz stehende Uferstreifen für kleine Flüsse nur 15 statt 20 Meter breit sein.
Umweltschützer sprachen von einer „völlig veränderten und verschlechterten Vorlage“. Die Organisation WWF kritisierte, mit der Entscheidung würden Abholzungen in Ufergebieten forciert.
Der Beschluss im Abgeordnetenhaus fiel in der Nacht auf heute (Ortszeit). Der Senat hat nun bis 8. Oktober Zeit für seine Entscheidung. Der seit 1965 geltende Codigo Florestal regelt die Nutzung von Waldgebieten und ökologisch sensiblen Räumen in Brasilien. Die Agrarlobby fordert mehr Flächen für ihre Produktion. Kritiker warnen dagegen vor einem Freibrief für mehr Abholzungen im Amazonas-Gebiet.
Publiziert am 19.09.2012