Vier Tote bei Kämpfen in der Nähe von Bengasi
Bei Kämpfen in der Nähe der Stadt Bengasi im Osten von Libyen sind in der Nacht auf heute mindestens vier Menschen getötet und 40 weitere verletzt worden. Das sagte ein Krankenhausarzt der Nachrichtenagentur AFP. Bei den Kämpfen standen sich eine Einheit früherer Aufständischer und bewaffnete Demonstranten gegenüber.
Die Demonstranten griffen das Hauptquartier der Brigade Raf Allah al-Sahati an, einer islamistischen Gruppierung, die dem Verteidigungsministerium unterstellt ist. Die Kämpfe mit Raketen und Gewehren in Hawari, 15 Kilometer vom Stadtzentrum von Bengasi entfernt, dauerten nach den Schilderungen einer AFP-Reporterin zwei Stunden. Dann gab die Brigade ihre Stellung auf.
Salafisten-Gruppe vertrieben
Zuvor hatten Demonstranten bereits in Bengasi eine Salafisten-Gruppe aus einer Kaserne vertrieben. Mehrere hundert Demonstranten beteiligten sich am Freitagabend an dem Überfall auf die Gruppierung Ansar al-Sharia, die im Verdacht steht, für den tödlichen Angriff auf Botschafter Chris Stevens und andere US-Amerikaner vor zehn Tagen verantwortlich gewesen zu sein. Die Kommandeure der Miliz, die Verbindungen zum Terrornetz Al Kaida unterhalten soll, bestreiten jede Verwicklung. Nach Angaben von Aktivisten beteiligten sich rund 30.000 Bürger an dem Protest.
Aus Protest gegen einen in den USA produzierten islamfeindlichen Film hatten Angreifer am 11. September das US-Konsulat in Bengasi gestürmt. Wegen des Videos gibt es seit Tagen in vielen muslimischen Ländern Demonstrationen und gewaltsame Ausschreitungen.
Publiziert am 22.09.2012