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Beruf: „Bauer“
Öffentlich bekannt wurde der 58-Jährige vor allem durch seine Ehe mit der ehemaligen ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat, der er zum Teil auch seine guten Verbindungen zur Volkspartei verdanken soll.
Leidenschaftlicher Jäger
Der Lobbyist gilt als ÖVP-Intimus - unter anderem wegen seiner seit 1994 währenden, kinderlosen Ehe mit Rauch-Kallat, die für Mensdorff-Pouilly sogar ihre erste Ehe päpstlich annullieren ließ. Als einfachen Bauern schildert sich Mensdorff-Pouilly wohl nur selbst - immerhin nennt der Graf mit Verwandtschaftsverhältnissen zu Adelshäusern wie den Windsors unter anderem ein Anwesen im burgenländischen Luising mit Jagd- und Forstbetrieb sein Eigen. Auch hat er ein Schloss in Schottland samt Jagdrevier. Genug Platz also, um seiner großen Leidenschaft, der Jagd, nachzugehen.
Keine Auskünfte im U-Ausschuss
Gern gesehen waren dort auch allerlei Politiker, Beamte und Industrielle. Dank seinen Kontakten und Jagdveranstaltungen war Mensdorff-Pouilly auch im Korruptions-Untersuchungsausschuss zur Telekom-Affäre zu Gast - er war jedoch eher wortkarg denn auskunftsfreudig.
Die Liste der Tätigkeiten des am 7. September 1953 in Wien geborenen Mensdorff-Pouilly ist lang: Neben seinen Funktionen als Präsident des Österreichischen Wildgehege-Verbandes und Obmann des Verbandes land- und forstwirtschaftlicher Gutsbetriebe im Burgenland soll er im Laufe seiner Karriere mehr oder weniger erfolgreich Wildspezialitäten in Konserven verkauft, Strauße gezüchtet und Jagdreisen vermittelt haben. Neben seiner Land- und Forstwirtschaft verdient der Vater eines Sohnes seinen Lebensunterhalt auch als Eigentümer der Beraterfirma MPA.
2009 in U-Haft
Im Zuge seiner Beratertätigkeit wurde Mensdorff-Pouilly schon des Öfteren Korruption, Bestechung und Geldwäsche in mehreren Staaten vorgeworfen. Ende Februar 2009 wurde der „Graf“ wegen Verdachts der Geldwäsche in Luising festgenommen - anschließend saß er rund einen Monat in Untersuchungshaft.
Über diese Zeit berichtete er freizügig in diversen Interviews: „Am zweiten Tag im Häfen habe ich gleich gefragt, ob sie einen Job für mich haben. ‚Hören Sie, ich kann auch Klo putzen‘, habe ich dem Wärter gesagt“, gab sich der Graf volksnah.
Prozess beginnt am 12. Dezember
Im Juni wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft einen Strafantrag eingebracht hat - wegen Geldwäsche sowie falscher Zeugenaussage und der Vorlage eines angeblich verfälschten Beweismittels im gegen ihn laufenden Ermittlungsverfahren. Mensdorff-Pouilly selbst hat alle Anschuldigungen stets zurückgewiesen - der Prozessbeginn ist für 12. Dezember im Wiener Straflandesgerichts festgesetzt.
Publiziert am 22.09.2012