Syrien: Kämpfe nahe der jordanischen Grenze ausgebrochen
In Syrien sind nach Oppositionsangaben in der Nähe eines belebten Grenzübergangs nach Jordanien heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen ausgebrochen.
Aktivisten meldeten heute einen massiven Beschuss der Gegend um den Grenzort Nasib, an dem die Autobahn von Damaskus zur jordanischen Hauptstadt Amman vorbeiführt. Außerhalb Syriens halten sich derzeit rund 257.000 Flüchtlinge auf, viele von ihnen in Jordanien.
Aleppo weiter unter Beschuss
Unterdessen ist die Metropole Aleppo heute Früh erneut unter schwerem Beschuss gestanden. Artillerieschüsse und schwere Explosionen waren in der ganzen Stadt zu hören. Der im Exil ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden unter anderem die Bezirke Hanano, Arkub und Marje bombardiert.
In der südlichen Provinz Daraa, die wie Aleppo zu den Hochburgen der Gegner von Präsident Baschar al-Assad zählt, gab es Aktivisten zufolge in der Ortschaft al-Hara eine Welle von Festnahmen und Razzien. Nahe der Hauptstadt Damaskus wurde zudem bei Kämpfen ein Deserteur der syrischen Armee getötet.
Kampfjet abgeschossen?
Die Rebellen haben einem Augenzeugen zufolge einen Kampfjet der Armee abgeschossen. Die Aufständischen hätten einen Militärstützpunkt bei der Stadt Atarib in der nördlichen Provinz Idlib angegriffen, sagte ein Reporter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Als der Jet über die Rebellen hinweggeflogen sei, hätten sie ihn mit einer provisorischen Flugabwehrwaffe getroffen.
Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter wurden gestern allein landesweit mindestens 150 Menschen getötet. Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade der Regierung von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.
Publiziert am 22.09.2012