Weiterer Rücktritt in Skandal von Berlusconi-Partei

Im Untreueskandal der Partei von Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi in der Region von Rom ist jetzt auch die Präsidentin von Latium, Renata Polverini, zurückgetreten. Sie selbst sei in den Skandal der Partei Popolo della Liberta (PdL) aber nicht verwickelt, sagte Polverini gestern. Unter anderem feierten die Abgeordneten eine „Toga-Party“ für 20.000 Euro.

Sie habe „diese Männer“ alle entlassen, sagte Polverini. „Ich habe nichts mit diesen Kriminellen zu tun.“ Vergangene Woche war der bisherige Fraktionschef im Regionalrat von Rom, Francesco Battistoni, zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit einigen Wochen gegen etwa ein Dutzend Regionalräte der Berlusconi-Partei wegen Veruntreuung von bis zu sechs Millionen Euro.

„System ohne ernsthafte Kontrolle“

Die Namen der betreffenden Politiker wurden den Ermittlern von Battistonis Amtsvorgänger Franco Fiorito genannt, dem seinerseits die Veruntreuung öffentlicher Gelder in der Höhe von 800.000 Euro vorgeworfen wird. Die Ermittler beanstandeten bei der PdL „ein System ohne ernsthafte Kontrolle“, bei dem oft das Gesetz gebrochen werde. Die Regionalräte hätten „mit einem einfachen Anruf“ an Geld herankommen können.

Polverini, die im März 2010 für fünf Jahre gewählt worden war, wollte angeblich schon länger zurücktreten. Berlusconi hielt sie aber laut Medienberichten davon ab, um für seine Partei riskante Neuwahlen in Rom vor der italienischen Parlamentswahl nächstes Frühjahr zu verhindern.

Publiziert am 25.09.2012