Deutschland: Medikamente noch immer zu teuer
Arzneimittel sind in Deutschland trotz der jüngsten Reformen laut einer Studie weiterhin viel kostspieliger als angemessen. Ein Grund aus Expertensicht: Ärzte erliegen oft übermächtigen Marketingstrategien der Pharmaindustrie.
Zwar mussten die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr erstmals seit 2004 weniger für Arzneimittel ausgeben, wie aus dem gestern in Berlin veröffentlichten Arzneiverordnungsreport hervorgeht. Aber laut Herausgeber Dieter Paffrath geht der Rückgang nur auf eine vorübergehende Kostenbremse des Gesetzgebers zurück.
Der Bericht bezieht sich auf Daten des Gesundheitsministeriums: Die Arzneiausgaben sanken 2011 um 1,17 auf 30,87 Milliarden Euro. 3,1 Milliarden Euro könnten gespart werden, wenn Ärzte mehr günstige Generika verordnen und auf teure und umstrittene Mittel mit Patentschutz verzichten würden.
Publiziert am 27.09.2012