Folterskandal: Weitere Festnahmen in Georgien

Der Skandal um Folterungen in den Gefängnissen der Südkaukasus-Republik Georgien zieht weitere Kreise. Inzwischen werden 16 Menschen verdächtigt, Gefangene vergewaltigt und gefoltert zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Tiflis heute mit.

Unter ihnen seien auch der Leiter der Haftanstalt in Kutaissi im Westen des Landes sowie drei Funktionäre. Die am 18. September mit Videos aufgedeckten Misshandlungen im Strafvollzug erschüttern die Ex-Sowjetrepublik am Schwarzen Meer vor der Parlamentswahl am Montag.

Seit Tagen protestieren deshalb Georgier landesweit gegen Gewalt. Sie verbrennen dabei auch Reisigbesen, wie sie Wärter für Schläge und Vergewaltigungen benutzt haben sollen. Deshalb macht in dem Land das Wort der „Besenrevolution“ die Runde. Die Polizei nahm bei Straßenprotesten bisher rund 30 Regierungsgegner und Aktivisten fest.

Publiziert am 27.09.2012