Zehntausende Italiener protestieren gegen Sparpolitik

Der Regierung im hoch verschuldeten Italien weht bei ihrer strikten Sparpolitik scharfer Wind entgegen. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes legten heute aus Protest gegen geplante Kürzungen die Arbeit nieder.

Zu einer zentralen Kundgebung in Rom versammelten sich laut Nachrichtenagentur ANSA rund 30.000 Menschen aus allen Teilen des Landes. Die Demonstration, zu der die Gewerkschaften CGIL und UIL aufgerufen hatten, stand unter dem Motto „Schluss mit den Belastungen für die Schwächsten. Wir haben schon gegeben“.

Auch Ärzte, Angehörige der Streitkräfte, Schüler und Studenten beteiligten sich an den Protesten gegen das milliardenschwere Sparpaket. Die Regierung unter Mario Monti will auch im Gesundheitswesen sparen. Die Auszubildenden wandten sich gegen die Anhebung der Studiengebühren und gegen den Numerus clausus in verschiedenen Fächern.

„Heißer Herbst“

Monti will bis 2014 rund 26 Milliarden Euro im öffentlichen Dienst einsparen. Im laufenden Jahr sollen etwa 4,5 Milliarden Euro eingespart werden, im kommenden Jahr 10,5 Milliarden und 2014 noch einmal elf Milliarden. Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst soll um zehn Prozent schrumpfen, auf Leitungsebene sogar um 20 Prozent.

Die Maßnahmen sollen für eine schlankere und effizientere öffentliche Verwaltung sorgen. Die Gewerkschaften kritisieren die Einsparungen und haben einen „heißen Herbst“ angekündigt.

Publiziert am 28.09.2012