Erneut Tausende Minenarbeiter in Südafrika im Streik
In mehreren südafrikanischen Minen sind erneut Tausende Arbeiter in einen wilden Streik getreten. Wie der Goldproduzent Village Main Reef gestern mitteilte, erschienen seit Donnerstagabend rund 1.700 Arbeiter nicht mehr zum Dienst in der Mine Blyvooruitzicht nahe Johannesburg. In der Mine von Samancor Chrome gingen dem Betreiber zufolge 400 Angestellte in einen „illegalen Sitzstreik unter Tage“, um höhere Löhne zu fordern.
Die Arbeiter hätten ihren Streik aber beendet, da die Arbeitgeber in neue Verhandlungen eingewilligt hätten. Ein Sprecher der Arbeiter sagte hingegen, die Betreiber hätten die Belüftungsanlage sowie die Wasserzufuhr in der Chrommine abgeschaltet, um die Streikenden zum Herauskommen zu zwingen. Die Arbeiter forderten für sich den Mindestlohn in Höhe von umgerechnet 1.170 Euro. Auch in einer Kohlemine in der östlichen Provinz KwaZulu-Natal legten 345 befristet Angestellte die Arbeit nieder.
In ganz Südafrika sind Zehntausende Minenarbeiter im Streik. Angefangen hatte die Welle der Proteste für höhere Löhne mit den Arbeitern der südafrikanischen Platinmine Marikana. Die wochenlangen Auseinandersetzungen hatten Mitte August zu einem blutigen Polizeieinsatz mit 34 Toten geführt. Insgesamt gab es bei Protesten an der Mine im August und September 46 Tote. Mitte September wurden den Arbeitern Gehaltserhöhungen von bis zu 22 Prozent zugestanden.
Publiziert am 28.09.2012