UNESCO beklagt Verwüstung des Basars von Aleppo
Die UNESCO hat bestürzt auf die Zerstörung des historischen Basars von Aleppo reagiert. Es sei ein „großer Verlust und eine Tragödie“, dass die Altstadt der syrischen Metropole von den Kämpfen verwüstet worden sei, sagte der Direktor des Weltkulturerbeprogramms, Kishore Rao. Das alte Zentrum von Aleppo wurde 1986 als Weltkulturerbe aufgenommen. Der historische Basar galt als einer der am besten erhaltenen in der gesamten Region. Inmitten der anhaltenden Kämpfe in der Millionenstadt wurde der Basar in der Nacht auf gestern von einem Großbrand verwüstet.
Hunderte Geschäfte zerstört
Hunderte der Geschäfte unter den mittelalterlichen Arkaden seien zerstört worden, berichteten Aktivisten. In dem Basar - einst eine der größten Touristenattraktionen in der Stadt - wurden seit Jahrhunderten Lebensmittel, Stoffe und Gewürze verkauft.
Der örtliche Aktivist Ahmad al-Halabi schätzte, dass die Mehrzahl der Geschäfte niederbrannte. Ein Video im Internet zeigte Rauch über Aleppo. Auch darin hieß es, Geschäfte stünden in Flammen. Halabi sagte, die syrischen Behörden hätten der Stadt die Wasserversorgung gekappt, so dass die Löscharbeiten schwierig seien.
Täglich Schauplatz von Kämpfen
Der Markt war in den vergangenen Wochen fast täglich Schauplatz von Kämpfen. Seit Beginn einer Rebellenoffensive im August kontrolliert jede der Konfliktparteien etwa eine Hälfte der strategisch wichtigen Handelsmetropole.
Wiederholte Versuche beider Seiten, auch die andere Hälfte einzunehmen, scheiterten. Nach Angaben von Aktivisten haben Scharfschützen der Regierungstruppen auf der Zitadelle, die das Zentrum dominiert, Stellung bezogen. Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) begann laut Aktivisten bereits am Donnerstag mit einer Offensive, die sie als entscheidende Schlacht bezeichnete.
Zweifel an Meldung über Hinrichtung
Für Aufregung sorgte ein Bericht des von Saudi-Arabien finanzierten TV-Senders al-Arabija, wonach jene zwei Piloten eines vor der Küste Syriens abgeschossenen türkischen Militärjets angeblich vom Regime hingerichtet worden sein sollen. Beobachter zweifeln jedoch an der Darstellung - insbesondere eine angebliche russische Involvierung nährt Zweifel.
Laut türkischen Behörden waren die Leichen der Beiden im Sommer auf dem Meeresgrund gefunden worden. Laut al-Arabija-Bericht sollen sie den Absturz jedoch überlebt haben und dann auf Geheiß der russischen Führung von den Syrern getötet worden sein. Al-Arabija berief sich dabei allerdings auf angebliche Dokumente, die ihm von der Opposition zugespielt wurden.
Publiziert am 30.09.2012