Zeitung: Gaddafi versteckte Goldschatz in der Wüste

Der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi soll im Wüstensand einen Goldschatz vergraben haben. Das berichtete die libanesische Tageszeitung „Al-Diyar“ auf ihrer Website. In Libyen sorgte der Bericht heute schon für einige Aufregung - vor allem, weil es bisher keine konkreten Angaben zu dem Ort gibt, an dem das Gold lagern soll. Gaddafis früherer Geheimdienstchef Abdullah Senussi, der Anfang September von Mauretanien an Libyen ausgeliefert worden war, soll bei Verhören Hinweise auf den Schatz geliefert haben.

Nur wenige kennen genauen Ort

Senussi habe jedoch betont, nur einige frühere Offiziere und einer der Gaddafi-Söhne wüssten, wo das Gold lagere, berichtete das Blatt weiter. Für die Lagerung der Goldbarren sei eigens ein Kellergewölbe gebaut worden. Senussi sagte nach Angaben der Zeitung, Gaddafi habe den Goldvorrat während der Zeit angelegt, als die USA, die EU und die Vereinten Nationen Sanktionen gegen Libyen wegen der Unterstützung von Terrorismus beschlossen hätten. Die UNO-Sanktionen waren 1992 verhängt worden. 2003 wurden sie wieder aufgehoben.

Großer Andrang bei Waffenrückgabe-Aktion in Libyen

Unterdessen wurde eine Aktion zur Rückgabe von Waffen in Libyen ein großer Erfolg. Gestern hätten in der Hauptstadt Tripolis und im östlichen Bengasi Hunderte Menschen Waffen abgegeben, teilte die Armee als eine der Mitorganisatoren mit. „Das war unsere erste Aktion, und es wird nicht die letzte sein“, sagte ein Armeesprecher. Wegen des großen Andrangs sei die Rückgabeaktion am Samstag bis 22.00 Uhr Ortszeit verlängert worden. Jeder, der Waffen zurückgab, nahm an einer Verlosung teil, bei der es unter anderem zwei Autos zu gewinnen gab.

Gewehre, Raketen und ein Panzer

Hauptsächlich seien Gewehre abgegeben worden, sagte einer der Organisatoren in Tripolis. Aber auch sechs wärmesuchende Raketen und ein Panzer seien dabei gewesen. In Bengasi zählte die Armee 730 leichte Waffen, 200 Handgranaten, 100 Land- und Panzerabwehrminen sowie 20.000 Schuss Munition. Seit dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 und der Plünderung seiner Waffenlager kursieren Tausende Waffen in dem nordafrikanischen Land.

Nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi am 11. September, bei dem unter anderem vier US-Bürger einschließlich Botschafter Chris Stevens getötet wurden, hatte es in Bengasi Massenproteste gegen die Milizen gegeben. Die Demonstranten forderten die Entwaffnung und Auflösung der bewaffneten Gruppen. In der Hauptstadt Tripolis hatten am Freitag Hunderte Menschen für eine libysche Armee und gegen die zahlreichen Milizen demonstriert.