Georgien wählt: Milliardär tritt gegen Saakaschwili an

In der krisengeschüttelten Südkaukasus-Republik Georgien wählen die Menschen heute ein neues Parlament. Dabei will der Milliardär und Oppositionsführer Bidsina Iwanischwili das Machtmonopol von Präsident Michail Saakaschwili brechen.

Geprägt wurde der aufgeheizte Wahlkampf von einem Folterskandal in georgischen Gefängnissen. 3,6 Millionen Georgier sind in dem geopolitisch wichtigen Land am Schwarzen Meer aufgerufen, über die Zukunft der Ex-Sowjetrepublik abzustimmen.

Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr MESZ. Danach werden erste Prognosen erwartet. Beide Lager haben betont, dass sie eine Mitgliedschaft Georgiens in der EU und NATO anstreben.

Iwanischwili neuer Hoffnungsträger

Staatschef Saakaschwili, der Held der Rosenrevolution von 2003, dominiert mit seiner Partei Vereinte Nationale Bewegung das Parlament. Sein Widersacher Iwanischwili gilt mit seinem Bündnis Georgischer Traum als neuer Hoffnungsträger für viele Menschen, die auf mehr Demokratie und Wohlstand hoffen.

Die Wahl gilt als die bedeutendste Abstimmung seit der Rosenrevolution. Künftig wird in Georgien nicht mehr der Präsident der wichtigste Amtsinhaber sein, sondern der Regierungschef. Saakaschwili darf laut Verfassung bei der Präsidentenwahl 2013 nicht mehr antreten. Er könnte im Falle eines Sieges künftig aber mit ähnlichen Machtbefugnissen das Amt des Ministerpräsidenten ausüben.

Publiziert am 30.09.2012