Heimisches Vermögen ausgeprägt ungleich verteilt

Das Nettovermögen in Österreich ist ausgesprochen ungleich verteilt. Das geht aus einer aktuellen Studie der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervor, wie der „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) berichtet.

Die Ergebnisse würden die „ausgeprägte Rechtsschiefe der Vermögensverteilung“ dokumentieren, schreiben die Studienautoren. So haben annähernd 40 Prozent der Haushalte ein Nettovermögen zwischen null und 50.000 Euro, elf Prozent aber ein Vermögen von mehr als 500.000 Euro.

Das Nettovermögen umfasst das Bruttovermögen (also Finanz- und Sachwerte) abzüglich Schulden. Die 40 Prozent der Haushalte zwischen null und 50.000 Euro an Nettovermögen sind die mit Abstand größte Gruppe.

Betrachtet man die Nettovermögensklassen von null bis 250.000 Euro, so machen diese insgesamt rund 70 Prozent aller Haushalte aus. Nimmt man auch noch die Haushalte mit einem negativen Nettovermögen (5,3 Prozent aller Haushalte) dazu, zeigt sich, dass rund drei Viertel aller Haushalte weniger als 250.000 Euro besitzen.

Zehn Prozent mit weniger als 1.000 Euro

Auch die Analyse der „obersten“ und „untersten“ zehn Prozent der Haushalte zeigt die ungleiche Verteilung der Vermögen: Zehn Prozent der Haushalte verfügen über ein Nettovermögen von weniger als 1.000 Euro. Am anderen Ende der Skala besitzen zehn Prozent der Haushalte hingegen jeweils mehr als 542.000 Euro Nettovermögen. Die Hälfte der Haushalte besitzt weniger als 76.000 Euro (Median-Vermögen).

Drei Viertel liegen unter Durchschnittswert

Einen weiteren Hinweis auf die Ungleichverteilung der Vermögen bietet der Durchschnittswert: Dieser liegt bei rund 256.000 Euro. Mehr als drei Viertel aller Haushalte verfügen über weniger Vermögen als dieser Durchschnittswert - „dies illustriert wiederum die ausgeprägte Rechtsschiefe der Verteilung des Nettovermögens. Es gibt sehr viele Haushalte mit einem geringen Nettovermögen und sehr wenige Haushalte mit sehr hohem Nettovermögen“, heißt es in der Studie.

Publiziert am 02.10.2012