Österreicher wollen laut Umfrage mehr Kinderbetreuung
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat heute ihre Forderung nach einer Reform der Familienförderung bekräftigt und unterstreicht das mit aktuellen Umfrageergebnissen. Das dritte „Frauenbarometer“ zeige, dass sich die Bevölkerung sowohl eine höhere Familienbeihilfe als auch mehr Investitionen in die Kinderbetreuungseinrichtungen wünsche, fasste die Ministerin die aus ihrer Sicht wesentlichen Punkte zusammen.
Zudem habe die Umfrage ergeben, dass sich die Befragten über Familienleistungen „schlecht informiert“ fühlten, sagte sie auf einer Pressekonferenz. Und die steuerliche Absetzbarkeit komme eher Männern als Frauen zugute.
Nur 47 Prozent fühlen sich gut informiert
Für das „Frauenbarometer“ werden quartalsweise repräsentative Onlineumfragen vom Institut „Meinungsraum“ durchgeführt. Befragt werden 1.247 Personen beiderlei Geschlechts im Alter zwischen 15 und 69 Jahren. Bei jeder Tranche wird ein Spezialthema vertieft abgefragt - diesmal war das die Familienförderung.
Und über diese fühlen sich laut Befragung nur 47 Prozent, also nicht einmal die Hälfte, „gut“ oder „eher gut“ informiert. Ein Infodefizit wurde dagegen für 53 Prozent konstatiert. Am bekanntesten ist - wenig überraschend - die Familienbeihilfe, die 92 Prozent der Befragten ein Begriff ist, gefolgt von der Schüler- bzw. Lehrlingsfreifahrt (70 Prozent) und der Schulbuchaktion (71 Prozent). Auch der Alleinverdienerabsetzbetrag erfreut sich mit 67 Prozent noch veritabler Bekanntheit.
Grüne sehen Kritik bestätigt
Die Grünen erkennen wenig Neues in der Umfrage und sehen Heinisch-Hosek am Zug, wie Familiensprecherin Daniela Musiol sagte. Teilweise Unterstützung erhielt die Ministerin aus der Wirtschaftskammer Österreich, konkret von „Frau in der Wirtschaft“. Musiol findet, dass die Umfrageergebnisse langjährige grüne Kritikpunkte widerspiegeln. Heinisch-Hosek solle „endlich mit den Pseudoansagen aufhören und tätig werden“.
Die Grünen seien jederzeit bereit, bei „sinnvollen Anträgen“ im Parlament, die zu einer Verbesserung des Kinderbetreuungsangebots sowie einer Vereinfachung der Familienförderung führten, mitzugehen.
Für die Unternehmerinnenvertretung „Frau in der Wirtschaft“ sah Adelheid Fürntrath-Moretti die Forderungen ihrer Organisation bestätigt - zumindest in der Frage der Kinderbetreuung. Es brauche mehr und flexiblere Kinderbetreuungsplätze, erklärte sie in einer Aussendung. In Sachen Förderung plädiert die ÖVP-Abgeordnete aber für eine Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit der Betreuungskosten auch für ältere Kinder.
Publiziert am 03.10.2012