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Sehen ihre Forderungen bestätigt

Einen „Gewöhnungseffekt“ der Politik ortet der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger, anlässlich der Ergebnisse der alljährlich veröffentlichten Unirankings. Auch wenn deren Aussagekraft zunehmend auf Kritik stoße, müsse „der wachsende Abstand heimischer Universitäten zu den 100 besten Akademikerschmieden“ zu denken geben, so Schmidinger in einer Aussendung.

Die Bewertungsmethoden in den Rankings mögen zwar „zweifelhaft“ sein - der Schlussfolgerung der Autoren, wonach Österreich dringend „beträchtliche Investitionen in seine Spitzeneinrichtungen“ benötige, stimmt er aber zu.

Drängen auf mehr Geld

Auch der Rektor der Uni Wien, Heinz Engl, sieht einen Zusammenhang zwischen den schwierigen finanziellen Bedingungen der heimischen Universitäten und deren Rankingergebnissen. Die Uni Wien, die als einzige österreichische Uni unter den Top 200 des Times Higher Education Rankings vertreten ist, unternehme „alle Anstrengungen, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen eine weltweite Positionierung unter den Top 200 zu erreichen“. Insbesondere bei Berufungen spüre man trotz mancher Erfolge zunehmend den stark gestiegenen Konkurrenzdruck.

„Universitäten müssen sich von Jahr zu Jahr in ihren Forschungsleistungen verbessern. Das ist angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen immer schwieriger“, so Engl in einer Aussendung. Die Rankings dokumentierten auch deutlich, wie entscheidend gute Betreuungsverhältnisse für eine starke internationale Positionierung seien.

Die gerankten Universitäten würden auf höchstem Niveau konkurrieren, internationale Sichtbarkeit sei nur unter entsprechenden Rahmenbedingungen erreichbar. „Eine Finanzierung, die dem internationalen Vergleich standhält, ist dabei die Grundvoraussetzung.“ Das zeige etwa der Aufstieg der Uni München, die eine ähnliche Rolle und Ausrichtung wie die Universität Wien habe, allerdings deutlich besser finanziert sei.

Töchterle: „Differenzierte Betrachtung nötig“

Für eine differenzierte Betrachtung von Rankings plädierte einmal mehr Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP). Man müsse sich ansehen, was sie messen und welche Schwerpunkte berücksichtigt werden. „Unsere Hochschulen sind bisweilen besser, als es reine Platzierungen in Rankings vermuten lassen“, so der Minister in einer Aussendung. Man habe etwa in der Demografie, der Mittelalterforschung, der Archäologie, Mathematik und Quantenphysik eindeutig Stärkefelder.

Um sich bei den Rankings zu verbessern, müssten die Unis die gleichen Instrumente wie die Spitzeneinrichtungen zur Verfügung haben, betonte Töchterle. „Das sind zum einen ein geregelter Zugang und zum anderen ein verstärkter Mitteleinsatz.“ Bei den öffentlichen Ausgaben liege man derzeit sehr gut - „daher bekräftige ich erneut, dass wir den Anteil privater Mittel steigern müssen“.

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Publiziert am 03.10.2012