Bundesheergewerkschaft für Erhalt der Wehrpflicht

Die Bundesheergewerkschaft hat gestern ihr Ja zur Wehrpflicht bekräftigt und den Verlauf der Diskussion kritisiert. Gewerkschaftsvorsitzender Wilhelm Waldner verwies in einer Aussendung darauf, dass sich die Gewerkschafter und Personalvertreter des Bundesheeres bereits in einer Resolution vom 2. Dezember 2010 überparteilich und einstimmig zur Wehrpflicht bekannt haben. Dazu stehe man auch weiterhin, so Waldner.

Der FCG-Gewerkschafter kritisierte gleichzeitig den „skurrilen“ Verlauf der Wehrpflichtdebatte. Er zeigte sich verwundert über die Aussagen zweier Militärkommandanten, die sich öffentlich auf ein Berufsheer festgelegt haben. Denn der steirische Militärkommandant Heinz Zöllner sei bis vor kurzem als „glühender Anhänger der Wehrpflicht“ bekannt gewesen. Sein Kärntner Kollege Walter Gitschthaler wiederum habe sich für eine „Radikalreform, die schmerzhaft sein wird für viele“, ausgesprochen.

Auch FSG äußert Bedenken

Waldner prophezeite beiden Kommandanten den Unmut der vielen Offiziere, Unteroffiziere und Zivilbediensteten in den Militärkommanden. Denn die Pläne von Minister Norbert Darabos (SPÖ) würden bedeuten, dass die Militärkommanden künftig nur mehr zu Verbindungsstellen mit deutlich reduziertem Personalstand degradiert werden.

Sorgenvoll zu Wort meldet sich auch der FSG-Vorsitzende im Bundesheer, Harald Schifferl. Er gab in einer Aussendung zu bedenken, dass die Volksbefragung unabhängig von ihrem Ausgang Auswirkungen auf die Bundesheer-Bediensteten haben werde und verlangte von der Politik Ehrlichkeit. „Viele Beschäftigte werden unabhängig vom künftigen Wehrsystem nicht mehr ihre derzeitigen Arbeitsplätze vorfinden.“

Publiziert am 03.10.2012