Orange-Deal verzögert Frequenzversteigerung weiter

Die Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen in Österreich wird sich voraussichtlich um ein ganzes Jahr verschieben. Theoretisch könnte die Auktion bereits im Sommer 2013 stattfinden, dieser Zeitplan wäre aber „sehr sportlich“, wie Telekom-Regulator Georg Serentschy gestern Abend bei einem Pressegespräch in Wien sagte. „Im Juli/August wird man’s nicht durchführen, also ich würde sagen, realistisch werden wir irgendwo im September nächsten Jahres stehen.“

Dieser Zeitplan sei unabhängig davon, wie das Merger-Verfahren in Brüssel über den geplanten Zusammenschluss von Hutchison („Drei“) und Orange ausgehe. Die Entscheidung, die Auktion zu verschieben, habe sich bereits als richtig herausgestellt, sagte Serentschy. Denn hätte man sie nicht verschoben, dann hätte man Hutchison oder Orange von der Versteigerung ausschließen müssen, und wenn der Merger dann untersagt werden sollte, würde dieser Betreiber dann wegen fehlender Frequenzen aus dem Markt hinausgedrängt.

„Refarming“ von Frequenzen

Diese Umstände hätten die gesamte Auktion von vornherein rechtlich unsicher gemacht, da der unterlegene Betreiber voraussichtlich alle Rechtsmittel dagegen ergriffen hätte, erklärte der Regulator. Weil sich die Rahmenbedingungen wesentlich geändert hätten, werde man auch vom ursprünglichen Plan abweichen, ein „Refarming“ (Umwidmung der 900er und 1800er Frequenzen von Sprachtelefonie für Datenübertragung per UMTS oder LTE) der GSM-Frequenzen erst nach der Auktion durchzuführen, sagte Serentschy.

Auf Antrag der Betreiber könnte das Refarming auch vorgezogen werden, und es gebe auch schon eine entsprechende Anfrage. Innerhalb von sechs Monaten muss die Behörde darüber entscheiden. „Die übliche Verfahrensdauer bei uns ist drei Monate“, so der Serentschy. Die Versteigerung der Frequenzen im Herbst 2013 wird im Internet abgewickelt und sich über mehrere Wochen erstrecken.

Publiziert am 03.10.2012