Syrien: Rebellen drohen mit Ermordung von Geiseln
Eine syrische Rebelleneinheit hat gedroht, 45 iranische Geiseln zu ermorden. Die Verhandlungen mit der syrischen und der iranischen Regierung über eine Freilassung der Geiseln seien gescheitert, sagte ein Rebellenführer in einem Video, das von arabischen Fernsehsendern heute veröffentlicht wurde.
Da die Forderung der Revolutionäre nach einer Freilassung von Gefangenen und einem Ende der „willkürlichen Angriffe auf wehrlose Zivilisten“ bisher nicht erfüllt worden sei, werde man morgen damit beginnen, die Geiseln zu töten, heißt es.
Die Geiseln stehen in dem Video neben den Rebellen, die nach eigenen Angaben zu einer Einheit aus al-Ghuta al-Scharkija stammen, einem Vorort von Damaskus. Sie waren den Regimegegnern Anfang August in die Hände gefallen. Der Iran gehört neben Russland zu den wichtigsten Unterstützern des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.
UNO kritisiert syrischen Angriff auf Türkei
Der UNO-Sicherheitsrat kritisierte unterdessen den syrischen Angriff auf die Türkei mit fünf Toten scharf und machte Regierungstruppen dafür verantwortlich. Das mächtigste UNO-Gremium verurteilte gestern Abend „in schärfsten Worten den Beschuss der türkischen Stadt Akcakale durch die syrischen Streitkräfte“. Auch nach der Eskalation im Konflikt will Ankara einen Krieg mit dem Nachbarland vermeiden. Jedoch hat die türkische Armee jetzt freie Hand für Militäreinsätze in Syrien.
Zuvor hatte der Sicherheitsrat stundenlang um die Formulierung gerungen. Während der Westen das Regime von Präsident Baschar al-Assad klar in der Verantwortung sieht, hatten die Russen dem Vernehmen nach jede Kritik an der syrischen Regierung verhindern wollen.
USA stärkten Türkei den Rücken
Die USA hatten zuletzt nach einer sehr zurückhaltenden Reaktion der NATO dem Partner Türkei im Konflikt mit Syrien zumindest verbal deutlich den Rücken gestärkt: Die militärische Reaktion Ankaras auf den Granatenbeschuss mit mehreren Toten sei „angemessen“, betonte das US-Außenministerium. Die Vergeltung habe zudem einen „abschreckenden Effekt“. Die befürchtete Eskalation dürfte trotz des grünen Lichts für einen Militäreinsatz ausbleiben. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan stellte klar, dass sein Land keinen Krieg will.
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Syrische Opposition fürchtet Horrorszenario
Wem nützt eine Ausweitung des Konflikts auf die Region: dem Regime oder der Opposition? Für Michel Kilo, einen der führenden syrischen Oppositionspolitiker, der eine säkulare Linie innerhalb der Opposition vertritt, ist eine Ausweitung des Konflikts ein Horrorszenario: Ein Regionalkrieg würde eine Demokratisierung Syriens für lange Zeit verzögern und das Chaos im Land nur verlängern.
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Publiziert am 05.10.2012