Libyscher Regierungschef abgesetzt
Das libysche Parlament hat die vom designierten Ministerpräsidenten Mustafa Abu Schagur vorgeschlagene neue Regierungsmannschaft abgelehnt und den Regierungschef abgesetzt. 125 der 200 Abgeordneten in der Nationalversammlung verweigerten Abu Schagurs Vorschlag gestern Abend die Zustimmung.
Zuvor hatte der Ministerpräsident dem Parlament ein Krisenkabinett aus zehn Ministern vorgeschlagen. In den kommenden drei, vier Wochen muss nun ein neuer Regierungschef gewählt werden.
Die libysche Nationalversammlung hatte Abu Schagurs ersten Kabinettsvorschlag am Donnerstag abgelehnt und ihm drei Tage Zeit gegeben, eine neue Kabinettsliste vorzulegen. Die Abgeordneten kritisierten, sein erster Vorschlag mit 27 Namen habe nicht alle Regionen und Sektoren der libyschen Gesellschaft repräsentiert. Aus diesem Grund stürmten auch wütende Demonstranten das Parlament.
Daraufhin hatte Abu Schagur „angesichts der Gefahren, denen sich das Land ausgesetzt sieht“, und „ohne Rücksicht auf regionale Interessen“ eine Regierung aus zehn Ministern vorgeschlagen.
Publiziert am 07.10.2012