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„Strategische Raketenstreitkräfte“
In einer am Dienstag von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung des nationalen Verteidigungsausschusses in Pjöngjang hieß es, die „strategischen Raketenstreitkräfte“ könnten nicht nur US-Truppen in Südkorea, sondern auch in Japan, Guam und auf dem US-Festland erreichen. Nordkorea reagierte damit auf Pläne Südkoreas und der USA, die Reichweite des südkoreanischen Raketensystems mehr als zu verdoppeln. Die USA erlaubten Südkorea demnach den Bau ballistischer Raketen, die mit 800 Kilometern Reichweite ganz Nordkorea erreichen können.
Bisher hatte die Schutzmacht Südkorea nur Raketen mit maximal 300 Kilometern Reichweite zugestanden. Ein neues Abkommen erlaube nun Reichweiten bis 800 Kilometern, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Präsidialamts am Sonntag in Seoul. „Das Hauptziel des Abkommens ist es, Nordkorea von einer bewaffneten Provokation abzuhalten.“
Nordkorea testete Kurzstreckenrakete
Nur wenige Tage vor der Einigung zwischen Südkorea und den USA hatte Pjöngjang offenbar eine Kurzstreckenrakete getestet. Die Rakete sei von Nordkorea aus ins Gelbe Meer gefeuert worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. „Der Test könnte Teil der Routinebemühungen des Nordens gewesen sein, seine Fähigkeiten zu verbessern und seine Reichweite zu vergrößern. Es könnte aber auch eine Reaktion auf die Handlungen unserer Regierung gewesen sein“, zitierte die Agentur aus den Regierungskreisen.
AP/Ng Han GuanSo stellt sich Nordkoreas Regime am liebsten dar: Militärisch stark in einer der berühmt-berüchtigten ParadenSüdkoreas Präsident Lee Myung Bak war einen Tag vor dem Abschuss mit ranghohen Sicherheitsverantwortlichen seines Landes zusammengekommen. Die Gruppe forderte den Norden auf, während der Präsidentschaftswahl im Süden im Dezember jede Provokation zu unterlassen. Dabei erneuerten die Verantwortlichen die Drohung, auf jegliche Provokation scharf zu antworten.
Noch immer im Kriegszustand
Südkorea befindet sich rechtlich immer noch im Krieg mit dem kommunistischen Nordkorea. Immer wieder gibt es Spannungen. Seit 1953 gilt ein Waffenstillstandsabkommen beider Staaten. Nordkorea soll über mehr als 1.000 eigene Raketen verfügen. Die USA haben 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert und garantieren einen „Abwehrschirm“ im Falle eines atomaren Angriffs.
Nordkorea hatte im Oktober 2006 und im Mai 2009 Atomwaffentests vorgenommen und im April eine Rakete mit einem Satelliten getestet, die jedoch kurz nach dem Start ins Meer stürzte. Die USA, Japan und Südkorea sahen in dem Satellitenstart den verdeckten Test einer Langstreckenrakete und damit einen Verstoß gegen Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats.
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Publiziert am 09.10.2012