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Sparziel erst 2016 erreicht?

Die internationalen Geldgeber Griechenlands sind entschlossen, das krisengeschüttelte Land nicht pleitegehen zu lassen. Die nächste Hilfsrate von 31,5 Milliarden Euro aus dem laufenden Rettungsprogramm solle „spätestens im November“ ausgezahlt werden, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Dienstag in Luxemburg am Rande der Beratungen der EU-Finanzminister.

Vorher müsse Athen jedoch Spar- und Reformbeschlüsse umsetzen. Auch seien entsprechende Entscheidungen der Euro-Kassenhüter und des Internationalen Währungsfonds (IWF) nötig. Mit Blick auf die laufenden Gespräche in Athen sagte der Finne: „Wir sind nahe daran, die Verhandlungen abzuschließen und eine Vereinbarung auf Arbeitsebene (staff level agreement) zu haben.“

Dann müsse die Troika ihren Bericht über die Erfüllung der Sanierungsauflagen und die Schuldentragfähigkeit vorlegen. „Und dann machen wir unseren konkreten Vorschlag für die Euro-Gruppe und (IWF-Chefin) Christine Lagarde für den IWF.“ Danach könne ausgezahlt werden. Athen braucht das Geld dringend, um nicht zahlungsunfähig werden.

Debatte über Verschiebung von Sparzielen

Rehn bestätigte, dass eine Verschiebung von Sparzielen debattiert werde. Details nannte er nicht. Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras hatte mehrfach gesagt, er hoffe, dass sein Land das Defizitziel von drei Prozent der Wirtschaftsleistung erst 2016 erfüllen muss. Das wären zwei Jahren später als geplant. Laut einer Einschätzung des IWF wird Griechenland sein Ziel der Schuldenreduzierung bis 2017 nicht erreichen.

Abseits der Debatte über Hilfsgelder sammelte Griechenland am Dienstag auf den Finanzmärkten 1,3 Milliarden Euro für sechs Monate ein. Dabei musste die Athener Regierung den Anlegern - laut Börsianern überwiegend griechische Banken - mit 4,46 Prozent etwas weniger Rendite als zuletzt mit 4,54 Prozent zahlen. Damit ist die Rendite wieder auf dem Niveau vom August 2011, wie die Athener Finanzagentur PDMA mitteilte.

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