IWF-Prognose: Österreich wächst heuer um 0,9 Prozent
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet, dass Österreichs Wirtschaft heuer und im kommenden Jahr deutlich langsamer wachsen wird als zuletzt - dennoch zählt Österreich zu den wachstumsstärksten Ländern der Euro-Zone.
Während die Wirtschaftsleistung Österreichs und Deutschlands im laufenden Jahr um 0,9 Prozent zulegen soll, wird sie in den Euro-Ländern um 0,4 Prozent schrumpfen und 2013 mit einem BIP-Plus von 0,2 Prozent mehr oder weniger stagnieren.
Spürbar wachsen werden die jüngeren EU-Mitglieder und die anderen Länder Zentral- und Osteuropas. Sie werden ihre Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent steigern und im kommenden Jahr um 2,6 Prozent.
In vergleichbaren Dimensionen bewegt sich auch das Wirtschaftswachstum in den USA und in Japan (2012: jeweils 2,2 Prozent). China bleibt nach wie vor der Wachstumsmotor der Weltkonjunktur und wird heuer um 7,8 Prozent und im nächsten Jahr um 8,2 Prozent wachsen, so die Erwartung der IWF-Ökonomen.
Weniger Inflation
Aber nicht nur das Wirtschaftswachstum bremst sich in Österreich heuer ein, sondern auch die Verbraucherpreise. Während die Teuerungsrate im vergangenen Jahr 3,6 Prozent betrug, verteuert sich der Warenkorb heuer um 2,3 Prozent und im kommenden Jahr voraussichtlich um 1,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit steigt hingegen leicht - von 4,2 Prozent im Jahr 2011 auf heuer 4,3 Prozent und im kommenden Jahr auf 4,5 Prozent (nach EU-Berechnung).
IWF senkt globale Wachstumsprognose
Das Schuldendilemma in Europa und die politischen Turbulenzen in den USA sind nach Ansicht des IWF Gift für die Weltwirtschaft. Beide Krisen müssten mit Nachdruck bekämpft werden, damit das globale Wachstum nicht massiv abflaue, heißt es in der neuen Konjunkturprognose des IWF, die in der Nacht auf heute in Tokio vorgelegt wurde. Darüber hinaus bereite die Abkühlung in den Schwellenländern große Sorgen.
Nur noch 3,3 statt 3,6 Prozent
Weltweit rechnet der Fonds mit einem Konjunkturauftrieb von 3,3 Prozent in diesem Jahr und 3,6 Prozent im kommenden. Die Werte wurden um 0,2 beziehungsweise 0,3 Prozentenpunkte gesenkt. Die verschlechterten Aussichten lassen sich laut dem IWF vor allem mit der Unsicherheit auf den Märkten begründen. Es sei derzeit für Investoren sehr schwierig vorherzusagen, wie sich die Lage in den kommenden Monaten entwickeln werde, heißt es in dem Bericht.
Es bestehe wegen der vielen Unwägbarkeiten sogar die Gefahr, dass das weltweite Wachstum unter 2,0 Prozent falle. Die Wahrscheinlichkeit dafür liege derzeit etwa bei einem Sechstel, meinen die IWF-Ökonomen.
Publiziert am 09.10.2012