Bauern aus Nigeria klagten Shell wegen Ölpest

Vier Bauern aus Nigeria haben den Ölkonzern Shell vor einem Gericht in Den Haag wegen der Ölpest in ihrem Land geklagt und Schadenersatz gefordert. Das britisch-niederländische Unternehmen sei verantwortlich für die Verseuchung von Boden und Grundwasser in dem westafrikanischen Land und müsse für den Schaden aufkommen, erklärte die Anwältin der Bauern, Channa Samkalden, gestern vor dem Zivilgericht.

Shell wies die Vorwürfe zurück und machte Sabotage für die Probleme verantwortlich. Es ist das erste Mal, dass sich ein niederländisches Unternehmen in der Heimat vor Gericht für Umweltvergehen im Ausland verantworten muss. Eine Verurteilung des Konzerns könnte nach Ansicht von Juristen zu weiteren internationalen Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe führen.

Seit 2005 würden Grundwasser und Boden im Nigerdelta durch Öllecks verseucht, erklärte die Anwältin Samkalden. „Shell hat die Leitungen nicht gut gewartet und die Schäden nicht beseitigt.“ Millionen Barrel Öl seien ausgeströmt. Bauern und Fischer hätten daher ihre Existenzgrundlage verloren. Die Kläger legten dem Gericht Fotos, Videos und Studien vor.

Publiziert am 11.10.2012