Dissident Ai Weiwei kritisiert Nobelpreis für Mo Yan
Der chinesische Dissident und Künstler Ai Weiwei hat die Vergabe des Literaturnobelpreises an seinen Landsmann Mo Yan als „fast unerträglich“ kritisiert.
„Kann man einen Schriftsteller mit diesem Preis auszeichnen, der sich vom heutigen politischen Kampf in China fernhält? Ich halte das für fast unerträglich“, sagte Ai gestern der portugiesischen Zeitung „Publico“ (Onlineausgabe).
Die Entscheidung der Schwedischen Akademie empfinde er deshalb als „sehr bedauerlich“ und „gelinde gesagt gefühllos“, fügte der 55-Jährige Ai hinzu. Die Königlich-Schwedische Akademie hatte ihre Entscheidung damit begründet, der 57-jährige Schriftsteller verbinde „mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart“.
Im Westen wurde der Bauernsohn aus der ostchinesischen Provinz Shandong, der sich in seinen Werken immer wieder mit dem harten Landleben auseinandersetzte, vor allem durch die Verfilmung seines Romans „Das rote Kornfeld“ bekannt.
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Publiziert am 11.10.2012