OeNB: Österreichs Wirtschaft stagniert
Österreichs Wirtschaft hat ab der Jahresmitte deutlich an Dynamik verloren. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet für das zweite Halbjahr 2012 eine Stagnation der heimischen Wirtschaftsentwicklung. Im Unterschied zu anderen Euro-Ländern zeichnet sich für Österreich jedoch kein Abgleiten in eine Rezession ab, teilte die Nationalbank heute mit.
Gegenüber ihrer letzten Konjunkturprognose vom Juli senkte die Nationalbank ihre Wachstumsprognose für das dritte Quartal um 0,2 Prozentpunkte. Sie erwartet nun einen leichten Rückgang des realen BIP um 0,1 Prozent. Für das vierte Quartal wird mit einer Stagnation gerechnet (0,0 Prozent). Aufgrund der starken Dynamik zu Jahresbeginn ergibt sich für das Gesamtjahr ein Wachstum von 0,8 Prozent.
Österreich sei wieder verstärkt in den Sog der internationalen Konjunkturabschwächung geraten. Wachstumsimpulse aus der Industrie und dem Export fehlten, begründen die Notenbanker die Rücknahme ihrer bisherigen Prognosen.
Konsum stützt Wirtschaft
Laut Nationalbank besteht angesichts der jüngsten Fortschritte zur Lösung der Krise in Europa auch ein Lichtblick: „Bei einer nachhaltigen Stärkung des Vertrauens erscheint eine deutlich raschere Erholung der Wirtschaft durchaus möglich“, heißt es von der OeNB.
Stabilisiert wird die Konjunktur derzeit durch den privaten Konsum. Gestützt werden die Haushaltseinkommen durch das nach wie vor ungewöhnlich kräftige Beschäftigungswachstum. Die Kaufkraft profitiert auch von sinkenden Inflationsraten, die seit Jahresbeginn unter dem Wachstum der Tariflöhne liegen.
Publiziert am 12.10.2012