200 Verletzte bei neuen Protesten in Kairo
Der politische Streit wird in Ägypten jetzt wieder mit Fäusten ausgetragen. Islamisten und Vertreter von Parteien aus dem linken und liberalen Spektrum gingen heute auf dem Tahrir-Platz in Kairo aufeinander los.
Nach Angaben von Augenzeugen und Krankenhausärzten wurden 200 Demonstranten schwer verletzt. Anhänger des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi schlugen mit Stöcken und Eisenstangen um sich. Sie zerlegten eine Tribüne der säkularen Opposition. Nach Angaben von Augenzeugen flogen auch Steine von beiden Seiten. Die Polizei griff nicht ein.
Die Islamisten riefen: „Das Volk will die Säuberung der Justiz“ und „Wir lieben dich, oh Mursi“. Die „Revolutionsjugend“ und die Mitglieder der säkularen Bewegungen schrien: „Nieder mit der Herrschaft der Muslimbrüder“ und „Nieder mit dem Verfassungsrat“.
Die linken und liberalen Parteien hatten sich zu Mittag zu einer bereits seit Wochen geplanten Kundgebung gegen Mursi und das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee versammelt. Die Islamisten hatten ihre Anhänger kurzfristig dazu aufgerufen, zur selben Zeit auf dem Platz zu protestieren. Das Motto ihrer Kundgebung lautete: „Säuberung der Justiz“.
Video dazu in iptv.ORF.at
Publiziert am 12.10.2012