Mauretaniens Präsident nach Schuss erfolgreich operiert

Der gestern angeschossene mauretanische Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz ist erfolgreich in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Nouakchott operiert worden. „Gott sei Dank ist die Operation erfolgreich verlaufen, es gibt keine Probleme“, erklärte Abdel Aziz in einer heute von staatlichen Medien ausgestrahlten Erklärung. In einer Pariser Spezialklinik soll der Präsident nun „zusätzliche Behandlungen“ erhalten, wie es aus mauretanischen Sicherheitskreisen hieß.

Verwirrung um den Tathergang

Er wolle die Öffentlichkeit beruhigen und sie von seinem guten Gesundheitszustand überzeugen, erklärte Abdel Aziz weiter. Auf einer nicht asphaltierten Straße sei er „versehentlich“ von einer Armeeeinheit angeschossen worden, fügte er hinzu.

Zuvor hatte es Verwirrung um den Tathergang gegeben, nachdem ein Militärvertreter von einem „gezielten Angriff“ auf den Staatschef gesprochen hatte. Ein unbekannter Autofahrer habe direkt auf Abdel Aziz gezielt und ihn leicht am Arm verletzt, als dieser aus seinem Wochenenddomizil nach Nouakchott zurückkehrte. Der Präsident saß demnach selbst am Steuer seines Wagens.

Umstrittener Präsident

Der mauretanische Kommunikationsminister Hamdi Ould Mahjoub sagte in der Nacht im staatlichen Fernsehen hingegen, eine Einheit der Armee habe bei einer Straßenkontrolle versehentlich auf den Konvoi des Präsidenten geschossen. Sie habe nicht erkannt, dass es sich um das Auto des Staatschefs gehandelt habe. Der Präsident sei nur leicht verletzt.

Abdel Aziz war 2008 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen, ein Jahr später wurde er offiziell zum Präsidenten des nordwestafrikanischen Landes gewählt. Er ist in seiner Heimat äußerst umstritten, Kritiker werfen ihm eine despotische Führung und Missmanagement vor.

Publiziert am 14.10.2012