Parlamentswahlen in Montenegro abgeschlossen

Die vorgezogenen Parlamentswahlen in Montenegro sind um 20.00 Uhr bei guter Wahlbeteiligung abgeschlossen worden. Die Teilnahme am Urnengang belief sich bis 17.00 Uhr laut der wahlbeobachtenden NGO CEMI auf knapp 56 Prozent und lag somit um vier Prozent höher als im Jahr 2009.

CEMI hatte im Laufe des Tages über kleinere Unregelmäßigkeiten berichtet, die sich nach Meinung der Organisation allerdings nicht auf die Wahlergebnisse auswirken werden.

Kandidaten geben sich selbstsicher

13 Bündnisse, Parteien und Bürgergruppen bewarben sich um die 81 Parlamentssitze. Die größten Siegeschancen wurden dem Wahlbündnis „Europäisches Montenegro“ um die seit 1991 regierende Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) von Ex-Staatspräsident und Ex-Regierungschef Milo Djukanovic eingeräumt. Die führenden DPS-Politiker zeigten sich vom eigenen Wahlsieg überzeugt. Die Bürger Montenegros würden für Stabilität stimmen, meinte Djukanovic.

Der Chef des Oppositionsbündnisses Demokratische Front (DF), Miodrag Lekic, erwartete hingegen ebenfalls selbstsicher den Sieg jener Kräfte, die für die „wahren Werte der Demokratie“ eintreten. Srdjan Milic von der Sozialistischen Volkspartei (SNP), der bisher führenden Oppositionskraft, bewertete die Siegeschancen des Regierungsbündnisses gar auf „kein einziges Promille“. Bei dem Urnengang werde die Zukunft jedes einzelnen Bürgers bestimmt, erklärte Darko Pajovic, der Vorsitzende der Partei Positives Montenegro, ein Neuling bei den Parlamentswahlen.

Die Parlamentswahlen wurden ausgeschrieben, nachdem Montenegro Ende Juni EU-Beitrittsgespräche mit Brüssel aufgenommen hatte. Diese entscheidende Phase müsse mit einer neuen Legislaturperiode begonnen werden, hieß es in einer Stellungnahme des Regierungsbündnisses zur Vorverlegung der Wahl. Ganz offensichtlich wollte die Staatsführung schnell Kapital aus den positiven Ergebnissen im EU-Annäherungsprozess schlagen.

Video dazu in iptv.ORF.at

Publiziert am 14.10.2012