Kolumbianische Friedensgespräche mit FARC-Guerilla beginnen
Die Unterhändler der kolumbianischen Regierung sind zu den Friedensgesprächen in Oslo mit der linksgerichteten FARC-Guerilla mit „gemäßigtem Optimismus“ gestartet.
Der ehemalige Vizepräsident Humberto de la Calle, der die Delegation führt, sagte gestern vor dem Abflug in Bogota, er hoffe, „mit guten Nachrichten zurückzukehren“, berichtete der Rundfunksender RCN.
Verhandlungen an geheimem Ort
Die Friedensgespräche sollen heute mit zweitägiger Verzögerung beginnen. Nach ersten Kontakten werde morgen die gemeinsame Pressekonferenz abgehalten, die den formellen Start von Verhandlungen signalisieren soll, teilten beide Seiten gestern in einem in Bogota veröffentlichten Kommunique mit.
Die Verhandlungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit an einem geheimen Ort statt. Sie sollen in einem zweiten Schritt in die kubanische Hauptstadt Havanna verlegt werden.
Es ist der vierte Versuch seit 1984, den inzwischen fast 50 Jahre dauernden Konflikt in Kolumbien zu beenden. Vorausgegangen waren sechs Monate lange Geheimverhandlungen auf Kuba. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sind mit rund 9.000 Kämpfern die größte und älteste Guerilla Südamerikas. Seit 1964 bekämpft die FARC den Staat. Der Konflikt hat bisher mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet.
Publiziert am 17.10.2012